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Charts für 1. Halbjahr 2018

Lie­be Bör­sia­ner,

SHARE­ad­vice hat jetzt die Charts der ganz grund­le­gen­den In­di­zes aus Deutsch­land und den USA für das 1. Halb­jahr 2018 zu­sam­men­ge­fasst:

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3. März 2018 – Handelskrieg ?

Lie­be Bör­sia­ner,

der US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Trump hat in der ver­gan­ge­nen Wo­che nun tat­säch­lich neue Ein­fuhr­zöl­le für Stahl (25 %) und Alu­mi­ni­um (10 %) an­ge­kün­digt. Dies wür­de die Ein­fuh­ren von Stahl- und Alu­mi­ni­um­pro­duk­ten u.a. aus Deutsch­land, Eu­ro­pa und vor al­lem Chi­na in die USA er­heb­lich ver­teu­ern. Mit die­ser Mass­nah­me soll die na­tio­na­le Si­cher­heit ge­wahrt blei­ben.

Die zu­sätz­li­chen Kos­ten für den Markt­ein­tritt in die USA er­zeu­gen ei­nen Wett­be­werbs­nach­teil für eu­ro­päi­sche und asia­ti­sche Stahl­pro­du­zen­ten ge­gen­über den ein­hei­mi­schen Mit­be­wer­bern in den USA. So­mit wer­den die Stahl­fir­men und die da­mit ver­bun­de­nen Ar­beits­plät­ze in den USA ge­schützt. Das ist of­fen­sicht­lich eine ganz kon­kre­te Um­set­zung von “Ame­ri­ca first”.

Die­ser Schritt kann aber sehr leicht eine Spi­ra­le von Ge­gen­mass­nah­men in Gang set­zen und am Ende in ei­nen glo­ba­len Han­dels­krieg füh­ren. Die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on hat be­reits sol­che Schrit­te an­ge­kün­digt und dürf­te ih­rer­seits Ein­fuhr­be­schrän­kun­gen auf US-Pro­duk­te ver­hän­gen. Als Bei­spie­le wur­den ge­nannt: Mo­tor­rä­der, Whis­key und Jeans. Er­schwe­rend kommt hin­zu, dass die­se Aus­ein­an­der­set­zun­gen recht emo­tio­nal be­las­tet sind. Schnell wird dann von “Ver­gel­tung” ge­spro­chen.

Tat­säch­lich sind die­se nächs­ten Schrit­te denk­bar: die be­trof­fe­nen Län­der wer­den na­tür­lich auf die US-Mass­nah­me re­agie­ren und selbst Ein­fuhr­zöl­le auf US-Pro­duk­te be­schlies­sen. Chi­na wird aus­ser­dem ver­su­chen, auf den eu­ro­päi­schen Stahl­markt aus­zu­wei­chen. Dar­auf­hin dürf­te die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on die Stahl­ein­fuhr in den Bin­nen­markt be­schrän­ken, was wie­der­um zu ent­spre­chen­den Ge­gen­re­ak­tio­nen führt. In der Fol­ge wer­den ge­gen­sei­ti­ge Be­schrän­kun­gen des frei­en Han­dels­ver­kehrs eta­bliert, die sich wei­ter ver­stär­ken und in eine glo­ba­le Ab­schwä­chung der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung mün­den.

Selbst die er­hoff­te po­si­ti­ve Wir­kung auf den US-Stahl­markt ist frag­wür­dig. Tat­säch­lich wer­den die im­por­tier­ten Stahl- und Alu­mi­ni­um­pro­duk­te in der US-In­dus­trie doch wei­ter ver­ar­bei­tet (z.B. in den Be­rei­chen Au­to­mo­ti­ve, Ae­ro­nau­tics, Ma­schi­nen­bau). Dort muss auf teu­re­re ein­hei­mi­sche Pro­duk­te aus­ge­wi­chen wer­den, was die Kos­ten für die End­pro­duk­te ge­ne­rell er­höht. Am Ende ist wahr­schein­lich, dass sich die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der US-Stahl­in­dus­trie nicht ver­bes­sert, son­dern im Ge­gen­teil über ei­nen län­ge­ren Zeit­raum noch wei­ter ver­schlech­tert.

Wel­che po­li­ti­schen Mög­lich­kei­ten be­stehen für die be­trof­fe­nen Län­der ?

Die Län­der der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft be­trei­ben eine ge­mein­sa­me Han­dels­po­li­tik mit den Län­dern aus­ser­halb der EU. Seit dem Ver­trag von Lis­sa­bon im Jahr 2009 liegt die Ver­ant­wor­tung für die Um­set­zung  ein­schliess­lich der Ver­hand­lung von Han­dels­ver­trä­gen bei der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on.

Die Eu­ro­päi­sche Uni­on ist zu­nächst auch eine Zoll­uni­on ohne Zoll­be­schrän­kun­gen in­ner­halb des eu­ro­päi­schen Bin­nen­mark­tes. Ein we­sent­li­cher Be­stand­teil der ge­nann­ten ge­mein­sa­men Han­dels­po­li­tik ist der ge­mein­sa­me Zoll­ta­rif so­wie ge­mein­sa­me Ein­fuhr- und Aus­fuhr­re­ge­lun­gen ge­gen­über Dritt­stat­ten. Zum Schutz des Bin­nen­mark­tes ge­gen be­stimm­te Han­dels­hemm­nis­se wie Dum­ping oder Sub­ven­tio­nen kön­nen ver­schie­de­ne Mass­nah­men er­grif­fen. Grund­le­gen­des Ziel der ge­mein­sa­men Han­dels­po­li­tik ist es aber, den glo­ba­len Welt­han­del zu för­dern.

Die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on ver­tritt die Eu­ro­päi­sche Uni­on in der Welt­han­dels­or­ga­ni­sa­ti­on (WTO). Die WTO mit Sitz in Genf wur­de 1994 mit dem Ziel ge­grün­det, den in­ter­na­tio­na­len Han­del zu li­be­ra­li­sie­ren, Han­dels­hemm­nis­se ab­zu­bau­en und den glo­ba­len Frei­han­del zu för­dern. Dazu un­ter­stützt die WTO eine Ko­or­di­na­ti­on der welt­wei­ten Han­dels­po­li­tik und kann auch zur Schlich­tung von Han­dels­strei­tig­kei­ten an­ge­ru­fen wer­den.

World Tra­de Or­ga­ni­za­ti­on

Es ist also da­von aus­zu­ge­hen, dass die WTO in­vol­viert wer­den wird. Pro­ble­ma­tisch wäre dann zu­nächst, dass sol­che Schlich­tun­gen dort häu­fig lan­ge dau­ern. Und dar­über hin­aus könn­te das Be­ru­fungs­ge­richt der WTO bald hand­lungs­un­fä­hig wer­den, weil die USA die Nach­be­set­zung von frei­wer­den­den Rich­ter­stel­len blo­ckie­ren. Dies hät­te fak­tisch zur Fol­ge, dass dort dann gar kei­ne Schlich­tungs­fäl­le mehr ver­han­delt wer­den dür­fen.

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25. Februar 2018 – Konjunkturindikatoren

Lie­be Bör­sia­ner,

die wirt­schaft­li­che Kon­junk­tur hat ei­nen prä­gen­den Ein­fluss auf die Un­ter­neh­mens­ge­win­ne und so­mit auf de­ren Ak­ti­en­kur­se. Die 5 be­kann­tes­ten In­di­ka­to­ren für die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung sind hier zu­sam­men­ge­stellt:

1. ifo Ge­schäfts­kli­ma
Der Ge­schäfts­kli­ma-In­dex des ifo In­sti­tuts in Mün­chen gilt als der wich­tigs­te Früh­in­di­ka­tor der kon­junk­tu­rel­len Ent­wick­lung in Deutsch­land. Auf Grund­la­ge von rd. 7.000 Rück­mel­dun­gen aus deut­schen Un­ter­neh­men wer­den die ak­tu­el­le Ge­schäfts­la­ge und die Ge­schäfts­er­war­tun­gen der nächs­ten 6 Mo­na­te zu­sam­men­ge­fasst. Als Ge­schäfts­kli­ma-In­dex gilt der je­wei­li­ge Mit­tel­wert von Ge­schäfts­la­ge und Ge­schäfts­er­war­tun­gen. Der Ge­schäfts­kli­ma-In­dex wird mo­nat­lich er­ho­ben und liegt ak­tu­ell bei 115,4 Punk­ten (-2,2).

2. ZEW Kon­junk­tur­er­war­tun­gen
Das Zen­trum für Eu­ro­päi­sche Wirt­schafts­for­schung aus Mann­heim er­mit­telt auf Ba­sis von bis zu 300 Rück­mel­dun­gen der Fi­nanz­ex­per­ten in Deutsch­land über fi­nan­zi­el­le Kenn­zah­len ei­nen In­di­ka­tor der Kon­junk­tur­er­war­tun­gen. Die­ser In­di­ka­tor wird eben­falls mo­nat­lich ver­öf­fent­lich und steht zur Zeit bei 17,8 Punk­ten (-2,6).

3. Mar­kit Ein­kaufs­ma­na­ger-In­dex
Das Un­ter­neh­men IHS Mar­kit mit Sitz in Lon­don pu­bli­ziert Ein­kaufs­ma­na­ger-In­di­zes für di­ver­se Län­der. Die­se In­di­zes be­ru­hen auf mo­nat­li­chen Um­fra­gen un­ter aus­ge­wähl­ten Un­ter­neh­men über de­ren wirt­schaft­li­che Kenn­grös­sen. Die ein­heit­li­che Er­mitt­lung der In­di­zes er­mög­licht auch Län­der­ver­glei­che. Der ak­tu­el­le IHS Mar­kit In­dex FLASH für Deutsch­land zeigt 57,4 Punk­te (-1,6) und für die Eu­ro­zo­ne 57,5 (-1,3). Wer­te über 50 Punk­te deu­ten wirt­schaft­li­ches Wachs­tum an.

4. Eco­no­mic Sen­ti­ment In­di­ca­tor / Busi­ness Cli­ma­te In­di­ca­tor
Die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on lässt für die ge­sam­te Eu­ro­päi­sche Uni­on und die Eu­ro­zo­ne sehr de­tail­lier­te Um­fra­gen durch­füh­ren. Der Eco­no­mic Sen­ti­ment In­di­ca­tor ESI er­gibt sich aus den Um­fra­ge­wer­ten der Be­rei­che In­dus­trie, Dienst­leis­tun­gen, Han­del, Bau­ge­wer­be, Fi­nan­zen und Ver­brau­cher. Der Busi­ness Cli­ma­te In­di­ca­tor BCI ver­dich­tet Um­fra­ge­wer­te aus der In­dus­trie in der Eu­ro­zo­ne zu ak­tu­el­ler und zu­künf­ti­ger Pro­duk­ti­ons­aus­las­tung so­wie La­ger­be­stän­den. Bei­de In­di­ka­to­ren wer­den mo­nat­lich her­aus­ge­ge­ben. Der ESI er­reicht ak­tu­ell 114,7 Punk­te (-0,4) für die EU und 114,7 Punk­te (-0,6) für die Eu­ro­zo­ne. Und der BCI fällt im Mo­ment leicht auf 1,54 Punk­te (-0,06).

5. Con­su­mer Con­fi­dence
The Con­fe­rence Board Inc. ist eine ge­mein­nüt­zi­ge Or­ga­ni­sa­ti­on mit Haupt­sitz in New York und ver­öf­fent­licht ver­schie­de­ne In­di­ka­to­ren mit Schwer­punkt USA. Der Con­su­mer Con­fi­dence In­dex misst das Ver­brau­cher­ver­trau­en durch mo­nat­li­che Um­fra­gen un­ter rund 5.000 Haus­hal­ten in den USA. Als In­dex­ba­sis wur­de ge­setzt: 1985 = 100 Punk­te. Die­ser wich­ti­ge US-Kon­junk­tur­in­dex ist wie­der auf 125,4 Punk­te an­ge­stie­gen (+2,3).

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18. Februar 2018 – Rückblick KW 7

Lie­be Bör­sia­ner,

in der ver­gan­ge­nen Wo­che ha­ben sich die Ak­ti­en­kur­se glo­bal und auf brei­ter Front wie­der et­was er­holt und schlos­sen klar im Plus. Trotz­dem ha­ben die Bör­sen die star­ken Ver­lus­te in der Wo­che da­vor noch nicht zu­rück­ge­won­nen. Zu un­klar sind die mög­li­chen Aus­wir­kun­gen von In­fla­ti­on und Leit­zin­sen auf die wei­te­re wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung und da­mit auf die Ge­win­ne von Un­ter­neh­men.

Die wich­tigs­ten In­di­zes ha­ben zwar in der letz­ten Wo­che rund 2–6 % zu­ge­legt, aber lie­gen da­mit im Zeit­raum der ver­gan­ge­nen vier Wo­chen im­mer noch bei 1–9 % im Mi­nus.

Per­for­mance1 Wo­che4 Wo­chenYTD
Deutsch­land:
In­dus­trie2,8 %-7,3 %-3,6 %
Mit­tel­stand4,6 %-4,6 %0,0 %
Tech­no­lo­gie5,6 %-4,6 %1,9 %
Vo­la­ti­li­tät31,9 %
USA:
In­dus­trie4,3 %-3,3 %2,0 %
Tech­no­lo­gie5,3 %-1,3 %4,9 %
Vo­la­ti­li­tät76,3 %
Frank­reich4,0 %-4,4 %-0,6 %
Gross­bri­tan­ni­en2,9 %-5,6 %-5,1 %
Ös­ter­reich1,6 %-6,5 %-0,4 %
Schweiz3,5 %-5,5 %-4,2 %
Ja­pan1,6 %-8,8 %-4,6 %

Span­nend wer­den in der nächs­ten Wo­che un­ter an­de­rem wie­der die Kon­junk­tur­in­di­ka­to­ren aus Deutsch­land und in der dar­auf­fol­gen­den Wo­che die neu­es­ten Da­ten aus Eu­ro­pa & Eu­ro­zo­ne.

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18. Februar 2018 – Leitzinsen

Lie­be Bör­sia­ner,

die Ak­ti­en­kur­se wer­den seit Jah­ren nicht nur durch die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung be­ein­flusst, son­dern auch durch die vor­han­de­ne Li­qui­di­tät an den glo­ba­len Fi­nanz­märk­ten.

Die Zen­tral­ban­ken in Eu­ro­pa, den USA und in Asi­en ver­su­chen nun be­reits seit recht lan­ger Zeit, die Wirt­schaft durch eine sehr ex­pan­si­ve Geld­po­li­tik zu sti­mu­lie­ren. Dies ge­schieht un­mit­tel­bar durch die Zins­sät­ze, zu den sich die Ban­ken bei ih­ren Zen­tral­ban­ken re­fi­nan­zie­ren kön­nen. Das sind die be­kann­ten Leit­zin­sen. Die Hoff­nung der No­ten­ban­ken ist da­bei, dass Ban­ken die­se güns­ti­gen Zin­sen im Rah­men von Kre­dit­fi­nan­zie­run­gen an Un­ter­neh­men wei­ter­ge­ben und auf die­se Wei­se In­ves­ti­tio­nen för­dern. Von die­sen güns­ti­gen Zin­sen pro­fi­tie­ren na­tür­lich auch die glo­ba­len Fi­nanz­märk­te, da man über eine güns­ti­ge Re­fi­nan­zie­rung wei­ter in Ak­ti­en in­ves­tie­ren kann. Aus­ser­dem bie­ten die An­lei­he­märk­te bis­her noch kei­ne wirk­li­che An­la­ge­al­ter­na­ti­ve.

Aber ein sehr un­an­ge­neh­mer Ne­ben­ef­fekt ent­steht da­durch, dass sich nied­ri­ge Leit­zin­sen nicht nur auf die Soll­zin­sen aus­wir­ken, son­dern gleich­zei­tig lei­der auch auf die Ha­ben­zin­sen. Das macht sich eben so­wohl durch die noch ex­trem güns­ti­gen Bau­fi­nan­zie­run­gen als auch die kaum vor­han­de­nen Spar­zin­sen be­merk­bar.

Die Zen­tral­ban­ken ori­en­tie­ren sich bei ih­rer Zins­po­li­tik pri­mär an den In­fla­ti­ons­ra­ten. Dies sind im Kern die Preis­stei­ge­run­gen von Ver­brau­cher­prei­sen im Ver­hält­nis zum Vor­jahr. Steigt also die In­fla­ti­on an, dann he­ben auch die Zen­tral­ban­ken ihre Leit­zin­sen. Da­mit er­hö­hen sich so­fort die Kre­dit­kos­ten für Un­ter­neh­mens­in­ves­ti­tio­nen, die Kre­dit­kos­ten für Ak­ti­en­an­la­gen und et­was ver­zö­gert na­tür­lich auch die Ha­ben­zin­sen. Hö­he­re Kre­dit­kos­ten kön­nen aber die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung brem­sen. Gleich­zei­tig er­höht sich die Ren­ta­bi­li­tät von fest­ver­zins­li­chen An­lei­hen als eine Al­ter­na­ti­ve zur Ak­ti­en­an­la­ge.

Die Fe­deral Re­ser­ve als US-ame­ri­ka­ni­sche Zen­tral­bank hat am 13.12.2017 den Leit­zins leicht er­höht auf ei­nen Kor­ri­dor von 1,25–1,50 %. Die In­fla­ti­on liegt dort mit 2,1 % be­reits über dem Ziel­wert von 2,0 %, was noch auf meh­re­re leich­te Zins­stei­ge­run­gen in die­sem Jahr schlies­sen lässt.

Die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank hat­te den Leit­zins am 16.03.2016 auf 0,00 % ge­senkt. Und da die In­fla­ti­on in der Eu­ro­zo­ne mit 1,3 % wei­ter deut­lich un­ter dem Ziel­wert von 2,0 % liegt, sind in den nächs­ten Mo­na­ten si­cher­lich noch kei­ne Zins­er­hö­hun­gen zu er­war­ten. Zu­nächst wird die Zen­tral­bank ihre noch er­heb­li­chen An­lei­he­käu­fe aus­lau­fen las­sen (das so­ge­nann­te Quan­ti­ta­ti­ve Ea­sing). Die Deut­sche Bun­des­bank ver­folgt im Rah­men ih­rer Auf­ga­ben kei­ne ei­gen­stän­di­ge Zins­po­li­tik für Deutsch­land.

 Leit­zin­senIn­fla­ti­onWirt­schafts­wachs­tum
Deutsch­land:0,00 %1,6 %2,3 %
Eu­ro­zo­ne:0,00 %1,3 %2,7 %
USA:1,25–1,50 %2,1 %2,5 %

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11. Februar 2018 – Korrektur

Lie­be Bör­sia­ner,

die Ak­ti­en­märk­te sind in der letz­ten Wo­che in den Kor­rek­tur­mo­dus über­ge­gan­gen, nach­dem die gros­sen Leit­in­di­zes welt­weit teil­wei­se über 10 % zum letz­ten Höchst­stand ver­lo­ren ha­ben. Ganz un­ge­wöhn­lich wa­ren die Ge­schwin­dig­keit beim Kurs­ver­fall so­wie die hef­ti­gen Aus­schlä­ge in bei­den Rich­tun­gen. Am Ende stand ein deut­li­cher Wo­chen­ver­lust:

Per­for­mance:1 Tag1 Wo­che1 Mo­nat
Deutsch­land:
In­dus­trie-1,2 %-5,3 %-9,6 %
Mit­tel­stand-0,8 %-3,9 %-7,7 %
Tech­no­lo­gie-0,6 %-6,1 %-9,0 %
USA:
In­dus­trie1,4 %-5,2 %-5,0 %
Mit­tel­stand1,5 %-5,2 %-4,8 %
Tech­no­lo­gie1,4 %-5,1 %-4,2 %
Ja­pan-2,3 %-8,1 %-10,6 %

Eine Kor­rek­tur ist eine kurz­fris­ti­ge Ge­gen­be­we­gung zu über­trie­be­nen Kurs­ent­wick­lun­gen, die nicht mehr zu den Fun­da­men­tal­da­ten pas­sen. Eine Kon­so­li­die­rung be­schreibt eine mit­tel­fris­ti­ge Sta­bi­li­sie­rung nach aus­ge­präg­ten Pha­sen stei­gen­der oder fal­len­der Kur­se. Und die Trend­wen­de meint eine län­ger­fris­ti­ge Trend­um­kehr von Ak­ti­en­kur­sen nach oben oder un­ten.

Noch ist un­klar, wel­chen Ef­fekt wir ge­ra­de se­hen. Die Fun­da­men­tal­da­ten spre­chen al­ler­dings für eine be­grenz­te und im Grun­de ge­sun­de Kor­rek­tur.

Aber die sehr gu­ten Wirt­schafts­zah­len bei Ex­port, Ar­beits­markt und Lohn­stei­ge­run­gen ma­chen den In­ves­to­ren in den USA und Eu­ro­pa zu­neh­mend Sor­gen. Die Wirt­schaft könn­te sich da­durch über­hit­zen, die In­fla­ti­on stark an­stei­gen und am Ende durch Zins­er­hö­hun­gen wie­der ge­dämpft wer­den.

Ein Licht­blick für den Mo­ment ist je­den­falls, dass die US-ame­ri­ka­ni­schen Bör­sen kurz vor Ende der Bör­sen­wo­che noch klar ins Plus ge­dreht ha­ben. Das könn­te auch dazu füh­ren, dass die asia­ti­schen und da­nach die eu­ro­päi­schen Bör­sen am Mon­tag mit Ge­win­nen in die kom­men­de Bör­sen­wo­che star­ten.

Die nächs­te Etap­pe im ak­tu­el­len Bör­sen­kri­mi ist wohl der Mitt­woch, wenn das Bu­reau of La­bor Sta­tis­tics die In­fla­ti­ons­ra­te in den USA für Ja­nu­ar be­kannt gibt. Liegt die­se Zahl dann über den Er­war­tun­gen, dann dürf­ten die Kur­se noch wei­ter nach un­ten ge­hen. Bleibt die In­fla­ti­on aber im Rah­men der Pro­gno­se oder so­gar dar­un­ter, dann er­gibt sich er­heb­li­ches Auf­wärts­po­ten­zi­al.

Bis Mitt­woch …

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10. Februar 2018 – Volatilität

Lie­be Bör­sia­ner,

die Ak­ti­en­märk­te ha­ben eine sehr un­ru­hi­ge Wo­che hin­ter sich. Die Kur­se ha­ben glo­bal deut­lich ver­lo­ren und be­weg­ten sich da­bei in er­heb­li­chen Han­dels­span­nen mit hef­ti­gen Ab­wärts- und Auf­wärts­be­we­gun­gen.

Die In­ten­si­tät sol­cher Schwan­kun­gen be­schreibt man ge­ne­rell als Vo­la­ti­li­tät. Eine his­to­ri­sche Vo­la­ti­li­tät bil­det die Schwan­kun­gen auf Ba­sis von Ver­gan­gen­heits­da­ten ab. Da­ge­gen stellt die so­ge­nann­te im­pli­zi­te Vo­la­ti­li­tät die zu­künf­tig zu er­war­ten­den Schwan­kun­gen dar.

Ein Vo­la­ti­li­täts­in­dex ist umso hö­her, je stär­ker auch der zu­grun­de­lie­gen­de Wert schwankt. Die je­wei­li­ge Höhe ei­nes Vo­la­ti­li­täts­in­dex sagt da­bei aber noch nichts über die Rich­tung der Schwan­kun­gen aus, son­dern nur über die In­ten­si­tät von Schwan­kun­gen an sich.

Bei den Ak­ti­en­märk­ten zeigt sich al­ler­dings ein­deu­tig, dass die be­kann­ten Vo­la­ti­li­täts­in­di­zes mit fal­len­den Kur­sen an­stei­gen. Auch die­se Wo­che stieg die Vo­la­ti­li­tät par­al­lel mit den sin­ken­den Ak­ti­en­kur­sen an den Bör­sen. Bei­de Ein­fluss­grös­sen dürf­ten sich ge­gen­sei­tig so­gar er­heb­lich ver­stärkt ha­ben. Die Vo­la­ti­li­täts­in­di­zes bei Ak­ti­en wer­den häu­fig auch als “Angst­ba­ro­me­ter” be­zeich­net.

Die drei be­kann­tes­ten Vo­la­ti­li­täts­in­di­zes be­zie­hen sich auf den Dax 30 (VDax New), den Euro Sto­xx 50 (VSto­xx) und den S&P 500 (Vix). Sie er­rech­nen sich je­weils aus Op­tio­nen auf die­se Ba­sis­wer­te mit ei­nem Be­trach­tungs­zeit­raum von 30 Ta­gen und wer­den fort­lau­fend von der Deut­schen Bör­se so­wie der Chi­ca­go Board Op­ti­ons Ex­chan­ge er­rech­net und ver­öf­fent­licht.

Chi­ca­go Board Op­ti­ons Ex­chan­ge (Cboe)

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28. Januar 2018 – Davos

Lie­be Bör­sia­ner,

die Ge­mein­de Da­vos ist ein be­lieb­tes Ski­ge­biet in den Schwei­zer Al­pen und liegt auf rd. 1.600 Me­tern im Kan­ton Grau­bün­den. Da­vos ist aus­ser­dem welt­be­kannt für die Ver­an­stal­tun­gen des jähr­li­chen World Eco­no­mic Fo­rums.

Das World Eco­no­mic Fo­rum ist zu­nächst eine ge­mein­nüt­zi­ge Stif­tung mit Sitz im Kan­ton Genf, wel­ches vor al­lem ein Jah­res­tref­fen mit wich­ti­gen Ver­tre­tern aus Po­li­tik und Wirt­schaft in Da­vos or­ga­ni­siert. Das 48. Jah­res­tref­fen die­ses World Eco­no­mic Fo­rums fand vom 23.–26. Ja­nu­ar 2018 un­ter dem Mot­to “Crea­ting a Sha­red Fu­ture in a Frac­tu­red World” statt. Teil­neh­mer und Red­ner war un­ter an­de­rem auch der ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Do­nald Trump, der zu­vor ge­ra­de neue Ein­fuhr­zöl­le für die USA auf So­lar­pa­ne­le und Wasch­ma­schi­nen an­ge­kün­digt hat­te.

Das Eu­ropean Ma­nage­ment Fo­rum wur­de 1971 vom deut­schen Pro­fes­sor Klaus Mar­tin Schwab in Genf ge­grün­det mit dem Ziel, den ge­ne­rel­len Aus­tausch von füh­ren­den Wirt­schafts­ver­tre­tern in Eu­ro­pa zu för­dern. Nach der Um­be­nen­nung in World Eco­no­mic Fo­rum im Jahr 1987 hat das Jah­res­tref­fen dann auch die ver­schie­de­nen in­ter­na­tio­na­len Kon­flik­te stär­ker the­ma­ti­siert.

Klaus Mar­tin Schwab ist 1938 im ober­schwä­bi­schen Ra­vens­burg ge­bo­ren, stu­dier­te in Zü­rich und war von 1971 bis 2003 Pro­fes­sor für Un­ter­neh­mens­po­litk an der Uni­ver­si­tät in Genf.

Das World Eco­no­mic Fo­rum wird von sei­nen rd. 1.000 Mit­glieds­un­ter­neh­men un­ter­stützt:

World Eco­no­mic Fo­rum An­nu­al Mee­ting 2018

Die deut­sche Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel be­ton­te in ih­rer Rede auf dem Jah­res­tref­fen die Not­wen­dig­keit ei­ner en­gen, in­ter­na­tio­na­len Zu­sam­men­ar­beit bei der Be­wäl­ti­gung der glo­ba­len Her­aus­for­de­run­gen.

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28. Januar 2018 – Eurokurs 1,25

Lie­be Bör­sia­ner,

der Wech­sel­kurs des EURO zu an­de­ren Wäh­run­gen hat ei­nen ganz er­heb­li­chen Ein­fluss auf die in­ter­na­tio­na­len Wirt­schafts­be­zie­hun­gen von eu­ro­päi­schen Un­ter­neh­men mit an­de­ren Fir­men aus­ser­halb des EURO-Rau­mes. Ins­be­son­de­re der Wech­sel­kurs zum US-ame­ri­ka­ni­schen Dol­lar USD als wich­tigs­te Wäh­rung glo­bal ist von be­son­de­rer Be­deu­tung.

Vie­le ex­port­ori­en­tier­te deut­sche Un­ter­neh­men ver­kau­fen ihre Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen in die USA oder in Län­der, wo der USD als üb­li­ches Zah­lungs­mit­tel in der Wirt­schaft ver­wen­det wird. Eine Än­de­rung im Wech­sel­kurs zwi­schen EURO und USD wirkt sich un­mit­tel­bar auf sol­che Zah­lun­gen aus.

Bei­spiel: der EURO steigt zum USD
Ent­we­der die Rech­nungs­le­gung des deut­schen Un­ter­neh­mens er­folgt in EURO, dann muss der Käu­fer da­für aber mehr USD be­zah­len. Oder die Rech­nung lau­tet auf USD, dann be­kommt das deut­sche Un­ter­neh­men da­für we­ni­ger EURO. In bei­den Fäl­len ent­steht für das deut­sche Un­ter­neh­men ein kla­rer Wett­be­werbs­nach­teil.

Sol­che Ef­fek­te wer­den üb­li­cher­wei­se da­durch ab­ge­mil­dert, dass z.B. Zwi­schen­pro­duk­te be­reits in den USA ge­fer­tigt wer­den oder dass USD auf Wäh­rungs­kon­ten dau­er­haft vor­ge­hal­ten wer­den. Da­ge­gen ent­steht in die­sem Bei­spiel ein ent­spre­chen­der Vor­teil für deut­sche Tou­ris­ten in den USA, da der EURO dort mehr wert ist.

Die Wech­sel­kur­se sind in ei­ner glo­ba­len Wirt­schaft von ho­hem In­ter­es­se und wer­den sehr eng ver­folgt. In Eu­ro­pa legt die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank die so­ge­nann­ten Re­fe­renz­kur­se des EURO zu den wich­tigs­ten an­de­ren Wäh­run­gen fest:

Eu­ropean Cen­tral Bank re­fe­rence ra­tes

Der EURO steigt ge­gen­über dem USD seit ei­ni­ger Zeit er­heb­lich an und er­reich­te in der ver­gan­ge­nen Wo­che so­gar ei­nen Wert von 1,25 USD (1€ = 1,25$). Der Trend deu­tet auch dar­auf hin, dass der EURO zum USD noch stär­ker wird. Im Grun­de ist aber zu ver­mu­ten, dass es eher eine Schwä­che des USD ist an­statt ei­ner Stär­ke des EURO. Und die ge­plan­te Steu­er­re­form in den USA dürf­te die­sen Trend eher noch un­ter­stüt­zen.

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14. Januar 2018 – BIP 2017

Lie­be Bör­sia­ner,

das Brut­to­in­lands­pro­dukt (BIP) in Deutsch­land ist im ver­gan­ge­nen Jahr nach An­ga­ben des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes preis­be­rei­nigt um be­acht­li­che 2,2 Pro­zent ge­stie­gen.

Das BIP stellt den Ge­samt­wert al­ler her­ge­stell­ten Gü­ter dar und setzt sich zu­sam­men aus:
den pri­va­ten Kon­sum­aus­ga­ben, den Kon­sum­aus­ga­ben des Staa­tes, den Brut­to­in­ves­ti­tio­nen und dem Au­ßen­bei­trag (Dif­fe­renz zwi­schen dem Ge­samt­wert von Ex­por­ten und Im­por­ten).

BMWi Pres­se­mit­tei­lung vom 12. Ja­nu­ar 2018

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14. Oktober 2017

Lie­be Bör­sia­ner,

der deut­sche Leit­in­dex hat in die­ser Wo­che die Mar­ke von 13.000 Punk­ten über­schrit­ten !

Und auch die neu­es­ten Wirt­schafts­pro­gno­sen für das kom­men­de Jahr sind op­ti­mis­tisch.

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