Bericht: KW 25 2018

Liebe Börsianer,

die globalen Aktienmärkte haben sich tiefrot in das Wochenende verabschiedet !

Der deutsche Leitindex Dax 30 endet bei nur 12.580 Punkten, fällt in der Woche um beachtliche 3,3 % und liegt YTD mit -2,6 % klar im Minus. Der US-amerikanische Leitindex Dow Jones 30 schliesst auch nur bei 24.581 Punkten, verliert in der Woche ebenfalls 2,0 % und steht jetzt YTD mit -0,6 % leicht im Minus. Die Volatilitäten liegen zur Zeit aber nur leicht höher als zu Beginn des Jahres.

Der Dax 30 liegt rund 200 Punkte unter der GD 200-Linie und sogar rund 250 Punkte unter seiner GD 38-Linie. Der Dow Jones 30 bewegt sich sowohl leicht oberhalb der GD 200-Linie als auch leicht unterhalb der GD 38-Linie.

In der letzten Woche um über 10 % verändert haben sich die Werte von Ceconomy (-12,7 %), Dürr (-10,3 %), Aixtron (-10,3 %) sowie Starbucks (-10,4 %).

TAG Immobilien stiegen auf über 19 EUR. Und Netflix klettert auf über 423 USD.

Die Rendite der Bundesanleihen (10 Jahre) geht von 0,39 % in der Vorwoche auf 0,35 % zurück. Dagegen bleibt die Rendite der US-Anleihen (10 Jahre) weiterhin stabil bei 2,92 %.

Ein Euro wird zum US-Dollar um 0,4 % teurer und liegt aktuell bei 1,1648.

Die Feinunze Gold verbilligt sich um weitere 1,3 % auf 1.269,15 USD. Dagegen steigt die Ölsorte Brent wieder merklich um 3,5 % auf 75,53 USD.

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Themen der Woche

Die Europäische Kommission hat am 22. Juni nun tatsächlich neue Import-Zölle auf bestimmte US-Produkte wie Jeans, Erdnussbutter und Motorräder in Höhe von EUR 2,8 Mrd. in Kraft gesetzt als unmittelbare Reaktion auf die bereits seit 1. Juni geltenden Importzölle für Stahl und Aluminium. Diese wurden sehr bewusst gewählt und zielen unter anderem auf lokale Industrien in Wahlkreisen von bekannten Republikanern (z.B. auf den Mehrheitsführer der Republikaner im Senat Mitch McConnell in Kentucky):

Pressemitteilung der Europäischen Kommission vom 20. Juni 2018

Die Reaktion des amerikanischen Präsidenten kam prompt per Twitter:
…Based on the Tariffs and Trade Barriers long placed on the U.S & its great companies and workers by the European Union, if these Tariffs and Barriers are not soon broken down and removed, we will be placing a 20 % Tariff on all of their cars coming into the U.S. Build them here!…

Gleichzeitg drohen die USA weitere Importbeschränkungen gegenüber China an in Höhe von bis zu 400 USD Mrd. Entsprechend hat China auch sofort Gegenmassnahmen angekündigt, die zum Beispiel die Einfuhr von amerikanischen Autos betreffen könnten.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer vierfachen Zwickmühle. Erstens werden die Einfuhren in die USA mit den zusätzlichen Zöllen belastet. Zweitens werden die Rohstoffe Stahl und Aluminium für die Produktionsstätten von Daimler, BMW, etc. in den USA teurer, drittens werden die Exporte von in den USA hergestellten Produkten nach China durch deren Zölle verteuert und viertens dürften sich diese neuen Handelshemmnisse deutlich negativ auf die Weltkonjunktur insgesamt auswirken.

Daimler hat bereits seine Gewinnprognose gesenkt.

Drei führende Wirtschaftsforschungsinstitute (ifo, RWI und DIW) haben ihre Prognosen für Deutschland schon deutlich reduziert auf nur noch 1,8 % bzw. 1,9 % für das laufende Jahr.

Zuletzt muss jetzt das einstige Vorzeige-Unternehmen General Electric den US-amerikanischen Index Dow Jones nach über 110 Jahren verlassen. Ersetzt wird der Wert durch die grosse Drogerie- und Apothekenkette Walgreens Boots Alliance.

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Daten der Woche

Performance 25/20181 WocheYTD
Deutschland:
Dax 30-3,3 %-2,6 %
M-Dax-2,0 %0,8 %
T-Dax-2,3 %10,7 %
USA:
Dow Jones 30-2,0 %-0,6 %
Nasdaq C.-0,7 %11,4 %
Frankreich-2,1 %1,4 %
Grossbritannien0,6 %-0,1 %
Österreich-1,9 %-3,9 %
Schweiz-0,3 %-8,2 %
Japan-1,5 %-1,1 %
Volatilität:
Deutschland19,2 %11,8 %
USA14,9 %24,7 %
Wechselkurse:
EUR in USD0,4 %-2,9 %
Gold:
Feinunze (USD)-1,3 %-2,1 %
Öl:
Brent (USD)3,5 %13,0 %

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Ausblick auf die nächste Woche

In der kommenden Woche wird sich der EU-Gipfel mit den Themen Migration und Reformen zu Euro-Rettungsfonds, Bankenunion und Eurozonen-Haushalt beschäftigen.

Gleichzeitig streitet die Koalition in Berlin weiter über bestimmte Aspekte des sogenannten Asyl-Masterplans.

Und die Handelsstreitigkeiten mit den USA beginnen, sich konkret auszuwirken. Offenbar hat die deutsche Automobilindustrie dem US-Botschafter Richard Grenell wohl einen eigenen Vorschlag zu gegenseitigen Einfuhrzöllen für Automobile unterbreitet. Man darf gespannt sein, ob die US-Regierung darauf reagiert.

Die Aussichten sind deutlich eingetrübt.

Aber trotz aller Sorgenfalten nicht vergessen:
Mittwoch ab 16.00 Uhr spielt Deutschland gegen Südkorea bei der Fussball-WM.

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