Zusammenfassung: Januar 2018

Liebe Börsianer,

… wenn es lange hinaufgeht, dann muss es irgendwann auch wieder nach unten gehen …

Zunächst sah es tatsächlich nach einer weiteren Kurssteigerung auf breiter Front aus. Aber ab Mitte des abgelaufenen Monats nahm die positive Kursdynamik ab und mündete in den letzten Tagen sogar in eine recht heftige Korrektur nach unten. Der Grund dürfte in den ungewöhnlich stark ansteigenden Anleihe-Renditen liegen.

Politik

In Deutschland wollen die Union und SPD in wenigen Tagen ihre Koalitionsverhandlungen abschliessen. Eine entsprechende Zustimmung in der nachfolgenden SPD-Mitgliederbefragung erscheint aber noch unsicher. Ohne eine solche Zustimmung dürfte es am Ende zu Neuwahlen kommen, da sich auf Grundlage der aktuellen Verhältnisse im Parlament ansonsten wohl keine stabilen Mehrheiten für eine neue Regierung mehr finden lassen.

Der Weg in einen geregelten Brexit für Grossbritannien nach März 2019 ist weiterhin unklar. Immerhin zeichnen sich aber Ansätze für eine gewisse Übergangszeit ab.

Die Steuerreform in den USA wurde tatsächlich beschlossen und wird zu erheblichen Senkungen bei der Unternehmensbesteuerung führen. Im abgelaufenen Quartal erzeugte diese Reform für US-amerikanische Unternehmen aber offensichtlich auch negative Sondereffekte. Die erste Rede des amerikanischen Präsidenten zur Lage der Nation hat die Märkte beruhigt.

Wirtschaft

Die wirtschaftlichen Aussichten in Deutschland, Europa und den USA sind weiterhin ausgezeichnet. Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland stieg im vergangenen Jahr um 2,2 %. Eine ähnliche Entwicklung wird auch für dieses Jahr vorhergesehen. Das Gross Domestic Product für die Europäische Union stieg allein in Q4 2017 um 0,6 % zum Vorquartal und wird sich aller Voraussicht nach in den nächsten Monaten ähnlich entwickeln. Der Arbeitsmarkt in den USA hat im Januar sogar die Prognosen für die neu geschaffenen Stellen übertroffen. Das amerikanische Arbeitsministerium hat gemeldet, dass die Erwerbslosenquote dort auf den niedrigsten Wert seit 17 Jahren gesunken ist (4,1 %).

Finanzen

Es ist davon auszugehen, dass in den USA noch weitere Zinsschritte in diesem Jahr durch die Notenbank erfolgen werden. Dies lässt sich auch aus den Berichten zur jüngsten Notenbank-Sitzung herauslesen. Die Europäische Notenbank wird dagegen wohl in diesem Jahr noch keine Zinsanpassungen vornehmen, sondern erst das Anleihen-Kaufprogramm auslaufen lassen.

Die Zinserhöhungen in den USA setzen die Kurse von festverzinslichen Anleihen aktuell unter erheblichen Druck, wodurch deren Renditen entsprechend deutlich ansteigen. Die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen stiegen sogar bis auf 2,79 % (Vorwoche 2,64 %). Diese Anleihen tragen aber natürlich auch das generelle Wechselkursrisiko. Und die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen erhöhten sich bis auf 0,74 % (Vorwoche 0,61 %).

Damit werden die Investments in Anleihen tendenziell wieder attraktiver. Es liegt die Vermutung nahe, dass zur Zeit institutionelle Anleger aus den USA unter anderem von deutschen Aktien in amerikanische Anleihen umschichten.

Kurstrend

Die deutschen Indizes korrigieren seit rund zwei Wochen und haben jetzt insgesamt in diesem Jahr entweder leicht verloren oder nur wenig zugelegt. Die amerikanischen Indizes korrigieren in den letzten Tagen ebenfalls, sind aber in diesem Jahr weiterhin noch deutlich im Plus.

Der kurzfristige / mittelfristige Ausblick wird angenommen für:

  • Deutschland:   /
  • Europa:   /
  • USA:   /

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