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25. Februar 2018 – Konjunkturindikatoren

Lie­be Bör­sia­ner,

die wirt­schaft­li­che Kon­junk­tur hat ei­nen prä­gen­den Ein­fluss auf die Un­ter­neh­mens­ge­win­ne und so­mit auf de­ren Ak­ti­en­kur­se. Die 5 be­kann­tes­ten In­di­ka­to­ren für die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung sind hier zu­sam­men­ge­stellt:

1. ifo Ge­schäfts­kli­ma
Der Ge­schäfts­kli­ma-In­dex des ifo In­sti­tuts in Mün­chen gilt als der wich­tigs­te Früh­in­di­ka­tor der kon­junk­tu­rel­len Ent­wick­lung in Deutsch­land. Auf Grund­la­ge von rd. 7.000 Rück­mel­dun­gen aus deut­schen Un­ter­neh­men wer­den die ak­tu­el­le Ge­schäfts­la­ge und die Ge­schäfts­er­war­tun­gen der nächs­ten 6 Mo­na­te zu­sam­men­ge­fasst. Als Ge­schäfts­kli­ma-In­dex gilt der je­wei­li­ge Mit­tel­wert von Ge­schäfts­la­ge und Ge­schäfts­er­war­tun­gen. Der Ge­schäfts­kli­ma-In­dex wird mo­nat­lich er­ho­ben und liegt ak­tu­ell bei 115,4 Punk­ten (-2,2).

2. ZEW Kon­junk­tur­er­war­tun­gen
Das Zen­trum für Eu­ro­päi­sche Wirt­schafts­for­schung aus Mann­heim er­mit­telt auf Ba­sis von bis zu 300 Rück­mel­dun­gen der Fi­nanz­ex­per­ten in Deutsch­land über fi­nan­zi­el­le Kenn­zah­len ei­nen In­di­ka­tor der Kon­junk­tur­er­war­tun­gen. Die­ser In­di­ka­tor wird eben­falls mo­nat­lich ver­öf­fent­lich und steht zur Zeit bei 17,8 Punk­ten (-2,6).

3. Mar­kit Ein­kaufs­ma­na­ger-In­dex
Das Un­ter­neh­men IHS Mar­kit mit Sitz in Lon­don pu­bli­ziert Ein­kaufs­ma­na­ger-In­di­zes für di­ver­se Län­der. Die­se In­di­zes be­ru­hen auf mo­nat­li­chen Um­fra­gen un­ter aus­ge­wähl­ten Un­ter­neh­men über de­ren wirt­schaft­li­che Kenn­grös­sen. Die ein­heit­li­che Er­mitt­lung der In­di­zes er­mög­licht auch Län­der­ver­glei­che. Der ak­tu­el­le IHS Mar­kit In­dex FLASH für Deutsch­land zeigt 57,4 Punk­te (-1,6) und für die Eu­ro­zo­ne 57,5 (-1,3). Wer­te über 50 Punk­te deu­ten wirt­schaft­li­ches Wachs­tum an.

4. Eco­no­mic Sen­ti­ment In­di­ca­tor / Busi­ness Cli­ma­te In­di­ca­tor
Die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on lässt für die ge­sam­te Eu­ro­päi­sche Uni­on und die Eu­ro­zo­ne sehr de­tail­lier­te Um­fra­gen durch­füh­ren. Der Eco­no­mic Sen­ti­ment In­di­ca­tor ESI er­gibt sich aus den Um­fra­ge­wer­ten der Be­rei­che In­dus­trie, Dienst­leis­tun­gen, Han­del, Bau­ge­wer­be, Fi­nan­zen und Ver­brau­cher. Der Busi­ness Cli­ma­te In­di­ca­tor BCI ver­dich­tet Um­fra­ge­wer­te aus der In­dus­trie in der Eu­ro­zo­ne zu ak­tu­el­ler und zu­künf­ti­ger Pro­duk­ti­ons­aus­las­tung so­wie La­ger­be­stän­den. Bei­de In­di­ka­to­ren wer­den mo­nat­lich her­aus­ge­ge­ben. Der ESI er­reicht ak­tu­ell 114,7 Punk­te (-0,4) für die EU und 114,7 Punk­te (-0,6) für die Eu­ro­zo­ne. Und der BCI fällt im Mo­ment leicht auf 1,54 Punk­te (-0,06).

5. Con­su­mer Con­fi­dence
The Con­fe­rence Board Inc. ist eine ge­mein­nüt­zi­ge Or­ga­ni­sa­ti­on mit Haupt­sitz in New York und ver­öf­fent­licht ver­schie­de­ne In­di­ka­to­ren mit Schwer­punkt USA. Der Con­su­mer Con­fi­dence In­dex misst das Ver­brau­cher­ver­trau­en durch mo­nat­li­che Um­fra­gen un­ter rund 5.000 Haus­hal­ten in den USA. Als In­dex­ba­sis wur­de ge­setzt: 1985 = 100 Punk­te. Die­ser wich­ti­ge US-Kon­junk­tur­in­dex ist wie­der auf 125,4 Punk­te an­ge­stie­gen (+2,3).

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18. Februar 2018 – Rückblick KW 7

Lie­be Bör­sia­ner,

in der ver­gan­ge­nen Wo­che ha­ben sich die Ak­ti­en­kur­se glo­bal und auf brei­ter Front wie­der et­was er­holt und schlos­sen klar im Plus. Trotz­dem ha­ben die Bör­sen die star­ken Ver­lus­te in der Wo­che da­vor noch nicht zu­rück­ge­won­nen. Zu un­klar sind die mög­li­chen Aus­wir­kun­gen von In­fla­ti­on und Leit­zin­sen auf die wei­te­re wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung und da­mit auf die Ge­win­ne von Un­ter­neh­men.

Die wich­tigs­ten In­di­zes ha­ben zwar in der letz­ten Wo­che rund 2–6 % zu­ge­legt, aber lie­gen da­mit im Zeit­raum der ver­gan­ge­nen vier Wo­chen im­mer noch bei 1–9 % im Mi­nus.

Per­for­mance1 Wo­che4 Wo­chenYTD
Deutsch­land:
In­dus­trie2,8 %-7,3 %-3,6 %
Mit­tel­stand4,6 %-4,6 %0,0 %
Tech­no­lo­gie5,6 %-4,6 %1,9 %
Vo­la­ti­li­tät31,9 %
USA:
In­dus­trie4,3 %-3,3 %2,0 %
Tech­no­lo­gie5,3 %-1,3 %4,9 %
Vo­la­ti­li­tät76,3 %
Frank­reich4,0 %-4,4 %-0,6 %
Gross­bri­tan­ni­en2,9 %-5,6 %-5,1 %
Ös­ter­reich1,6 %-6,5 %-0,4 %
Schweiz3,5 %-5,5 %-4,2 %
Ja­pan1,6 %-8,8 %-4,6 %

Span­nend wer­den in der nächs­ten Wo­che un­ter an­de­rem wie­der die Kon­junk­tur­in­di­ka­to­ren aus Deutsch­land und in der dar­auf­fol­gen­den Wo­che die neu­es­ten Da­ten aus Eu­ro­pa & Eu­ro­zo­ne.

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18. Februar 2018 – Leitzinsen

Lie­be Bör­sia­ner,

die Ak­ti­en­kur­se wer­den seit Jah­ren nicht nur durch die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung be­ein­flusst, son­dern auch durch die vor­han­de­ne Li­qui­di­tät an den glo­ba­len Fi­nanz­märk­ten.

Die Zen­tral­ban­ken in Eu­ro­pa, den USA und in Asi­en ver­su­chen nun be­reits seit recht lan­ger Zeit, die Wirt­schaft durch eine sehr ex­pan­si­ve Geld­po­li­tik zu sti­mu­lie­ren. Dies ge­schieht un­mit­tel­bar durch die Zins­sät­ze, zu den sich die Ban­ken bei ih­ren Zen­tral­ban­ken re­fi­nan­zie­ren kön­nen. Das sind die be­kann­ten Leit­zin­sen. Die Hoff­nung der No­ten­ban­ken ist da­bei, dass Ban­ken die­se güns­ti­gen Zin­sen im Rah­men von Kre­dit­fi­nan­zie­run­gen an Un­ter­neh­men wei­ter­ge­ben und auf die­se Wei­se In­ves­ti­tio­nen för­dern. Von die­sen güns­ti­gen Zin­sen pro­fi­tie­ren na­tür­lich auch die glo­ba­len Fi­nanz­märk­te, da man über eine güns­ti­ge Re­fi­nan­zie­rung wei­ter in Ak­ti­en in­ves­tie­ren kann. Aus­ser­dem bie­ten die An­lei­he­märk­te bis­her noch kei­ne wirk­li­che An­la­ge­al­ter­na­ti­ve.

Aber ein sehr un­an­ge­neh­mer Ne­ben­ef­fekt ent­steht da­durch, dass sich nied­ri­ge Leit­zin­sen nicht nur auf die Soll­zin­sen aus­wir­ken, son­dern gleich­zei­tig lei­der auch auf die Ha­ben­zin­sen. Das macht sich eben so­wohl durch die noch ex­trem güns­ti­gen Bau­fi­nan­zie­run­gen als auch die kaum vor­han­de­nen Spar­zin­sen be­merk­bar.

Die Zen­tral­ban­ken ori­en­tie­ren sich bei ih­rer Zins­po­li­tik pri­mär an den In­fla­ti­ons­ra­ten. Dies sind im Kern die Preis­stei­ge­run­gen von Ver­brau­cher­prei­sen im Ver­hält­nis zum Vor­jahr. Steigt also die In­fla­ti­on an, dann he­ben auch die Zen­tral­ban­ken ihre Leit­zin­sen. Da­mit er­hö­hen sich so­fort die Kre­dit­kos­ten für Un­ter­neh­mens­in­ves­ti­tio­nen, die Kre­dit­kos­ten für Ak­ti­en­an­la­gen und et­was ver­zö­gert na­tür­lich auch die Ha­ben­zin­sen. Hö­he­re Kre­dit­kos­ten kön­nen aber die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung brem­sen. Gleich­zei­tig er­höht sich die Ren­ta­bi­li­tät von fest­ver­zins­li­chen An­lei­hen als eine Al­ter­na­ti­ve zur Ak­ti­en­an­la­ge.

Die Fe­deral Re­ser­ve als US-ame­ri­ka­ni­sche Zen­tral­bank hat am 13.12.2017 den Leit­zins leicht er­höht auf ei­nen Kor­ri­dor von 1,25–1,50 %. Die In­fla­ti­on liegt dort mit 2,1 % be­reits über dem Ziel­wert von 2,0 %, was noch auf meh­re­re leich­te Zins­stei­ge­run­gen in die­sem Jahr schlies­sen lässt.

Die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank hat­te den Leit­zins am 16.03.2016 auf 0,00 % ge­senkt. Und da die In­fla­ti­on in der Eu­ro­zo­ne mit 1,3 % wei­ter deut­lich un­ter dem Ziel­wert von 2,0 % liegt, sind in den nächs­ten Mo­na­ten si­cher­lich noch kei­ne Zins­er­hö­hun­gen zu er­war­ten. Zu­nächst wird die Zen­tral­bank ihre noch er­heb­li­chen An­lei­he­käu­fe aus­lau­fen las­sen (das so­ge­nann­te Quan­ti­ta­ti­ve Ea­sing). Die Deut­sche Bun­des­bank ver­folgt im Rah­men ih­rer Auf­ga­ben kei­ne ei­gen­stän­di­ge Zins­po­li­tik für Deutsch­land.

 Leit­zin­senIn­fla­ti­onWirt­schafts­wachs­tum
Deutsch­land:0,00 %1,6 %2,3 %
Eu­ro­zo­ne:0,00 %1,3 %2,7 %
USA:1,25–1,50 %2,1 %2,5 %

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14. Februar 2018 – Inflationsraten

Lie­be Bör­sia­ner,

die schlech­te Nach­richt heu­te lei­der zu­erst: die Ak­ti­en­kur­se sind glo­bal ab 14.30 Uhr mit der jüngs­ten Ver­öf­fent­li­chung der US-In­fla­ti­ons­ra­te spür­bar ge­fal­len.

Und jetzt zum Glück auch die gute Nach­richt: nach rund ei­ner Stun­de ha­ben sich die Kur­se wie­der ge­fan­gen und ten­die­ren zur Zeit so­gar ganz deut­lich im Plus.

Die In­fla­ti­on in den USA für Ja­nu­ar liegt bei 2,1 % zum Vor­jah­res­mo­nat (nicht sai­son­be­rei­nigt) und da­mit auf dem glei­chen Wert wie noch im De­zem­ber 2017. Al­ler­dings la­gen die Pro­gno­sen für Ja­nu­ar et­was dar­un­ter. Die In­fla­ti­on in Deutsch­land für Ja­nu­ar sinkt so­gar leicht auf 1,6 % zum Vor­jah­res­mo­nat (sai­son­be­rei­nigt) von 1,7 % noch im De­zem­ber 2017.

Ob­jek­tiv lässt sich aus den Zah­len noch kei­ne an­stei­gen­de In­fla­ti­on her­aus­le­sen. Da­her ha­ben die Fi­nanz­märk­te die­se Da­ten recht schnell hin­ter sich ge­las­sen.

Im­mer­hin hat die US-Re­gie­rung ge­ra­de erst eine sehr am­bi­tio­nier­te Schät­zung zum wei­te­ren Wirt­schafts­wachs­tum in den USA für die­ses Jahr und 2019 ab­ge­ge­ben. Und sie plant of­fen­bar ein sehr gros­ses In­fra­struk­tur­pro­gramm.

Eu­ro­stat hat heu­te ge­mel­det, dass das Gross Do­mestic Pro­duct in der Eu­ro­zo­ne in Q4 2017 um 2,7 % sai­son­be­rei­nigt zum Vor­jah­res­quar­tal ge­wach­sen ist (2,6 % in der ge­sam­ten Eu­ro­päi­schen Uni­on).

Was be­wegt die Ak­ti­en­märk­te glo­bal am Ende also wirk­lich, die Hoff­nung auf noch stär­ke­res Wirt­schafts­wachs­tum oder die Sor­ge vor wei­ter stei­gen­den Zin­sen ?

Rich­tig span­nend zum The­ma Zins­po­litk wird es spä­tes­tens am 21.3. mit der Pres­se­kon­fe­renz des Of­fen­markt-Aus­schus­ses der US Fe­deral Re­ser­ve.

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28. Januar 2018 – Geschäftsklima

Lie­be Bör­sia­ner,

der Ge­schäfts­kli­ma-In­dex des ifo In­sti­tuts aus Mün­chen ist im Ja­nu­ar wie­der auf 117,6 Punk­te ge­stie­gen. Die­ser In­dex ist eine wich­ti­ge Kenn­zahl zur Ab­schät­zung der kon­junk­tu­rel­len Ent­wick­lung in Deutsch­land und ba­siert auf rd. 7.000 Rück­mel­dun­gen aus In­dus­trie und Han­del. Er un­ter­teilt sich da­bei in die Be­ur­tei­lung der ak­tu­el­len Ge­schäfts­la­ge so­wie der Ge­schäfts­er­war­tung für die nächs­ten 6 Mo­na­te.

Der Wert für die ak­tu­el­le Ge­schäfts­la­ge er­reicht ein neu­es Re­kord­hoch.

ifo Ge­schäfts­kli­ma Ja­nu­ar 2018

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