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Bericht: KW 45 2018

Liebe Börsianer,

die Zwischenwahlen der USA haben die Aktienmärkte in Deutschland und Europa in der Woche KW 45 weiter stabilisiert und in den USA selbst spürbar nach oben bewegt !

Der deutsche Leitindex Dax 30 gewinnt 10 Zähler und schliesst die Woche bei 11.529 Punkten, verbessert sich auf Wochensicht ganz leicht um 0,1 % und steht seit Jahresbeginn bei -10,7 %. Er steigt somit in der zweiten Woche in Folge, aber bleibt rund 800 Punkte unter der GD 200-Linie. Der Dax 30 liegt zur Zeit -15,2 % unter seinem Allzeit-Hoch vom 23. Januar.

Der US-amerikanische Leitindes Dow Jones 30 gewinnt 718 Zähler und geht mit 25.989 Punkten aus dem Handel, klettert auf Wochensicht um weitere 2,8 % und steht seit Jahresbeginn jetzt klar im Plus bei 5,1 %. Er verbessert sich die zweite Woche in Folge und durchbricht nun auch die GD 38-Linie wieder knapp nach oben. Er liegt rund 850 Punkte über seiner GD 200-Linie und ungefähr 100 Punkte oberhalb der GD 38-Linie. Der Dow Jones 30 nähert sich weiter mit -3,6 % seinem Allzeit-Hoch vom 3. Oktober an.

Die Volatilität in Deutschland reduziert sich weiter auf 17,2 Punkte (YE 2017: 14,2). In den USA verringert sich die Volatilität auch deutlich auf 17,4 Punkte (YE 2017: 11,0).

In der letzten Woche um mehr als 10 % verändert haben sich die Aktienkurse von Morphosys (+12,0 %), Nordex (+10,1 %)  Zalando (-11,2 %), Freenet (-11,9 %), Aixtron (-12,9 %), Schäffler (-13,6 %) und ProSiebenSat.1 (-18,2 %).

Die beste / schlechteste Kursentwicklung der letzten 12 Monate haben Wirecard (+93,5 %) und Osram (-50,0 %).

Die Rendite der Bundesanleihen (10 Jahre) fällt wieder leicht auf 0,42 %. Und die Rendite der US-Anleihen (10 Jahre) steigt sogar nochmals an auf jetzt 3,21 %.

Ein Euro wird zum US-Dollar wieder um -0,6 % leichter und beendet diese Woche mit 1,13 USD (YE 2017: 1,20). Die Feinunze Gold fällt weiter um -1,7 % auf jetzt 1.211 USD (YE 2017: 1.297). Und die Ölsorte Brent bleibt im kurzfristigen Abwärtstrend mit -3,8 % auf 70 USD (YE 2017: 67).

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1. Themen der Woche

Morphosys legte deutlich zu auch wegen einer Vorauszahlung von Novartis. Thyssenkrupp muss dagegen ganz erhebliche Rückstellungen bilden für ein Kartellverfahren. ProSiebenSat.1 plant, die Dividende erheblich zu kürzen.

Der Kurs von Tripadvisor ist nach den Quartalszahlen nach oben gesprungen.

Das Bundeskartellamt hat keine Bedenken mehr gegen den geplanten Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof.

Am Mittwoch hat bereits der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland (“Wirtschaftsweisen”) das neueste Gutachten vorgestellt. Danach wird das Bruttoinlandsprodukt nur noch um 1,6 % in diesem Jahr und 1,5 % im nächsten Jahr wachsen:

Sachverständigenrat – Herbstgutachten 2018

Das ifo Wirtschaftsklima Euroraum ist auf den niedrigsten Wert seit Mitte 2016 gesunken.

Bei den Zwischenwahlen in den USA haben die Demokraten im Repräsentantenhaus die Mehrheit gewonnen, während die Republikaner ihre Mehrheit im Senat ausbauen konnten. Damit erhalten die Demokraten jetzt wieder deutlich mehr Einfluss auf die Regierungsarbeit z.B. beim Haushalt und bei der Gesetzgebung.

Die US-Notenbank hat auf ihrer jüngsten Sitzung die Zinsen (noch) nicht weiter erhöht.

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2. Daten der Woche

Performance 45/20181 WocheYTD
Deutschland:
Dax 300,1 %-10,7 %
M-Dax-1,2 %-7,7 %
T-Dax-0,1 %5,4 %
USA:
Dow Jones 302,8 %5,1 %
Nasdaq C.0,7 %7,3 %
Frankreich0,1 %-3,9 %
Grossbritannien0,2 %-7,6 %
Österreich0,2 %-6,5 %
Schweiz0,9 %-3,3 %
Japan0,0 %-2,3 %
Wechselkurse:
EUR in USD-0,6 %-5,4 %
Gold:
Feinunze (USD)-1,7 %-6,6 %
Öl:
Brent (USD)-3,8 %4,5 %

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3. Ausblick auf die nächste Woche

Die Berichtssaison läuft weiter auf Hochtouren.

In den nächsten Tagen kommen auch die ersten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt Q3 sowohl für Deutschland als auch für Europa & Eurozone.

Am Freitag wird das endgültige Ergebnis der Landtagswahl in Hessen veröffentlicht. Bei den knappen Ergebnissen hängt wohl von der Frage der zweitstärksten Kraft (Grüne oder SPD) am Ende die Regierungsbildung ab.

Kurzfristig scheinen die Aktienmärkte die neue politische Konstellation in den USA einzupreisen.

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Kurzmeldung 23.09.

Liebe Börsianer,

die Deutsche Börse hat die Zusammensetzung ihrer Leitindizes überarbeitet und dabei auch die branchenabhängigen Aufteilungen angepasst. Dies hat unter anderem Auswirkungen auf die Abbildung von Technologiewerten in den verschiedenen Indizes und die Anzahl von Werten in den Indizes an sich.

Diese Änderungen werden ab dem 24. September wirksam.

Die aktuellen Kursanpassungen im Technologiebereich dürften auch darauf zurückzuführen sein.

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3. März 2018 – Handelskrieg ?

Liebe Börsianer,

der US-amerikanische Präsident Trump hat in der vergangenen Woche nun tatsächlich neue Einfuhrzölle für Stahl (25 %) und Aluminium (10 %) angekündigt. Dies würde die Einfuhren von Stahl- und Aluminiumprodukten u.a. aus Deutschland, Europa und vor allem China in die USA erheblich verteuern. Mit dieser Massnahme soll die nationale Sicherheit gewahrt bleiben.

Die zusätzlichen Kosten für den Markteintritt in die USA erzeugen einen Wettbewerbsnachteil für europäische und asiatische Stahlproduzenten gegenüber den einheimischen Mitbewerbern in den USA. Somit werden die Stahlfirmen und die damit verbundenen Arbeitsplätze in den USA geschützt. Das ist offensichtlich eine ganz konkrete Umsetzung von “America first”.

Dieser Schritt kann aber sehr leicht eine Spirale von Gegenmassnahmen in Gang setzen und am Ende in einen globalen Handelskrieg führen. Die Europäische Kommission hat bereits solche Schritte angekündigt und dürfte ihrerseits Einfuhrbeschränkungen auf US-Produkte verhängen. Als Beispiele wurden genannt: Motorräder, Whiskey und Jeans. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Auseinandersetzungen recht emotional belastet sind. Schnell wird dann von “Vergeltung” gesprochen.

Tatsächlich sind diese nächsten Schritte denkbar: die betroffenen Länder werden natürlich auf die US-Massnahme reagieren und selbst Einfuhrzölle auf US-Produkte beschliessen. China wird ausserdem versuchen, auf den europäischen Stahlmarkt auszuweichen. Daraufhin dürfte die Europäische Kommission die Stahleinfuhr in den Binnenmarkt beschränken, was wiederum zu entsprechenden Gegenreaktionen führt. In der Folge werden gegenseitige Beschränkungen des freien Handelsverkehrs etabliert, die sich weiter verstärken und in eine globale Abschwächung der wirtschaftlichen Entwicklung münden.

Selbst die erhoffte positive Wirkung auf den US-Stahlmarkt ist fragwürdig. Tatsächlich werden die importierten Stahl- und Aluminiumprodukte in der US-Industrie doch weiter verarbeitet (z.B. in den Bereichen Automotive, Aeronautics, Maschinenbau). Dort muss auf teurere einheimische Produkte ausgewichen werden, was die Kosten für die Endprodukte generell erhöht. Am Ende ist wahrscheinlich, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit der US-Stahlindustrie nicht verbessert, sondern im Gegenteil über einen längeren Zeitraum noch weiter verschlechtert.

Welche politischen Möglichkeiten bestehen für die betroffenen Länder ?

Die Länder der Europäischen Gemeinschaft betreiben eine gemeinsame Handelspolitik mit den Ländern ausserhalb der EU. Seit dem Vertrag von Lissabon im Jahr 2009 liegt die Verantwortung für die Umsetzung  einschliesslich der Verhandlung von Handelsverträgen bei der Europäischen Kommission.

Die Europäische Union ist zunächst auch eine Zollunion ohne Zollbeschränkungen innerhalb des europäischen Binnenmarktes. Ein wesentlicher Bestandteil der genannten gemeinsamen Handelspolitik ist der gemeinsame Zolltarif sowie gemeinsame Einfuhr- und Ausfuhrregelungen gegenüber Drittstatten. Zum Schutz des Binnenmarktes gegen bestimmte Handelshemmnisse wie Dumping oder Subventionen können verschiedene Massnahmen ergriffen. Grundlegendes Ziel der gemeinsamen Handelspolitik ist es aber, den globalen Welthandel zu fördern.

Die Europäische Kommission vertritt die Europäische Union in der Welthandelsorganisation (WTO). Die WTO mit Sitz in Genf wurde 1994 mit dem Ziel gegründet, den internationalen Handel zu liberalisieren, Handelshemmnisse abzubauen und den globalen Freihandel zu fördern. Dazu unterstützt die WTO eine Koordination der weltweiten Handelspolitik und kann auch zur Schlichtung von Handelsstreitigkeiten angerufen werden.

World Trade Organization

Es ist also davon auszugehen, dass die WTO involviert werden wird. Problematisch wäre dann zunächst, dass solche Schlichtungen dort häufig lange dauern. Und darüber hinaus könnte das Berufungsgericht der WTO bald handlungsunfähig werden, weil die USA die Nachbesetzung von freiwerdenden Richterstellen blockieren. Dies hätte faktisch zur Folge, dass dort dann gar keine Schlichtungsfälle mehr verhandelt werden dürfen.

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25. Februar 2018 – Konjunkturindikatoren

Liebe Börsianer,

die wirtschaftliche Konjunktur hat einen prägenden Einfluss auf die Unternehmensgewinne und somit auf deren Aktienkurse. Die 5 bekanntesten Indikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung sind hier zusammengestellt:

1. ifo Geschäftsklima
Der Geschäftsklima-Index des ifo Instituts in München gilt als der wichtigste Frühindikator der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Auf Grundlage von rd. 7.000 Rückmeldungen aus deutschen Unternehmen werden die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen der nächsten 6 Monate zusammengefasst. Als Geschäftsklima-Index gilt der jeweilige Mittelwert von Geschäftslage und Geschäftserwartungen. Der Geschäftsklima-Index wird monatlich erhoben und liegt aktuell bei 115,4 Punkten (-2,2).

2. ZEW Konjunkturerwartungen
Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung aus Mannheim ermittelt auf Basis von bis zu 300 Rückmeldungen der Finanzexperten in Deutschland über finanzielle Kennzahlen einen Indikator der Konjunkturerwartungen. Dieser Indikator wird ebenfalls monatlich veröffentlich und steht zur Zeit bei 17,8 Punkten (-2,6).

3. Markit Einkaufsmanager-Index
Das Unternehmen IHS Markit mit Sitz in London publiziert Einkaufsmanager-Indizes für diverse Länder. Diese Indizes beruhen auf monatlichen Umfragen unter ausgewählten Unternehmen über deren wirtschaftliche Kenngrössen. Die einheitliche Ermittlung der Indizes ermöglicht auch Ländervergleiche. Der aktuelle IHS Markit Index FLASH für Deutschland zeigt 57,4 Punkte (-1,6) und für die Eurozone 57,5 (-1,3). Werte über 50 Punkte deuten wirtschaftliches Wachstum an.

4. Economic Sentiment Indicator / Business Climate Indicator
Die Europäische Kommission lässt für die gesamte Europäische Union und die Eurozone sehr detaillierte Umfragen durchführen. Der Economic Sentiment Indicator ESI ergibt sich aus den Umfragewerten der Bereiche Industrie, Dienstleistungen, Handel, Baugewerbe, Finanzen und Verbraucher. Der Business Climate Indicator BCI verdichtet Umfragewerte aus der Industrie in der Eurozone zu aktueller und zukünftiger Produktionsauslastung sowie Lagerbeständen. Beide Indikatoren werden monatlich herausgegeben. Der ESI erreicht aktuell 114,7 Punkte (-0,4) für die EU und 114,7 Punkte (-0,6) für die Eurozone. Und der BCI fällt im Moment leicht auf 1,54 Punkte (-0,06).

5. Consumer Confidence
The Conference Board Inc. ist eine gemeinnützige Organisation mit Hauptsitz in New York und veröffentlicht verschiedene Indikatoren mit Schwerpunkt USA. Der Consumer Confidence Index misst das Verbrauchervertrauen durch monatliche Umfragen unter rund 5.000 Haushalten in den USA. Als Indexbasis wurde gesetzt: 1985 = 100 Punkte. Dieser wichtige US-Konjunkturindex ist wieder auf 125,4 Punkte angestiegen (+2,3).

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18. Februar 2018 – Rückblick KW 7

Liebe Börsianer,

in der vergangenen Woche haben sich die Aktienkurse global und auf breiter Front wieder etwas erholt und schlossen klar im Plus. Trotzdem haben die Börsen die starken Verluste in der Woche davor noch nicht zurückgewonnen. Zu unklar sind die möglichen Auswirkungen von Inflation und Leitzinsen auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung und damit auf die Gewinne von Unternehmen.

Die wichtigsten Indizes haben zwar in der letzten Woche rund 2-6 % zugelegt, aber liegen damit im Zeitraum der vergangenen vier Wochen immer noch bei 1-9 % im Minus.

Performance1 Woche4 WochenYTD
Deutschland:
Industrie2,8 %-7,3 %-3,6 %
Mittelstand4,6 %-4,6 %0,0 %
Technologie5,6 %-4,6 %1,9 %
Volatilität31,9 %
USA:
Industrie4,3 %-3,3 %2,0 %
Technologie5,3 %-1,3 %4,9 %
Volatilität76,3 %
Frankreich4,0 %-4,4 %-0,6 %
Grossbritannien2,9 %-5,6 %-5,1 %
Österreich1,6 %-6,5 %-0,4 %
Schweiz3,5 %-5,5 %-4,2 %
Japan1,6 %-8,8 %-4,6 %

Spannend werden in der nächsten Woche unter anderem wieder die Konjunkturindikatoren aus Deutschland und in der darauffolgenden Woche die neuesten Daten aus Europa & Eurozone.

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18. Februar 2018 – Leitzinsen

Liebe Börsianer,

die Aktienkurse werden seit Jahren nicht nur durch die wirtschaftliche Entwicklung beeinflusst, sondern auch durch die vorhandene Liquidität an den globalen Finanzmärkten.

Die Zentralbanken in Europa, den USA und in Asien versuchen nun bereits seit recht langer Zeit, die Wirtschaft durch eine sehr expansive Geldpolitik zu stimulieren. Dies geschieht unmittelbar durch die Zinssätze, zu den sich die Banken bei ihren Zentralbanken refinanzieren können. Das sind die bekannten Leitzinsen. Die Hoffnung der Notenbanken ist dabei, dass Banken diese günstigen Zinsen im Rahmen von Kreditfinanzierungen an Unternehmen weitergeben und auf diese Weise Investitionen fördern. Von diesen günstigen Zinsen profitieren natürlich auch die globalen Finanzmärkte, da man über eine günstige Refinanzierung weiter in Aktien investieren kann. Ausserdem bieten die Anleihemärkte bisher noch keine wirkliche Anlagealternative.

Aber ein sehr unangenehmer Nebeneffekt entsteht dadurch, dass sich niedrige Leitzinsen nicht nur auf die Sollzinsen auswirken, sondern gleichzeitig leider auch auf die Habenzinsen. Das macht sich eben sowohl durch die noch extrem günstigen Baufinanzierungen als auch die kaum vorhandenen Sparzinsen bemerkbar.

Die Zentralbanken orientieren sich bei ihrer Zinspolitik primär an den Inflationsraten. Dies sind im Kern die Preissteigerungen von Verbraucherpreisen im Verhältnis zum Vorjahr. Steigt also die Inflation an, dann heben auch die Zentralbanken ihre Leitzinsen. Damit erhöhen sich sofort die Kreditkosten für Unternehmensinvestitionen, die Kreditkosten für Aktienanlagen und etwas verzögert natürlich auch die Habenzinsen. Höhere Kreditkosten können aber die wirtschaftliche Entwicklung bremsen. Gleichzeitig erhöht sich die Rentabilität von festverzinslichen Anleihen als eine Alternative zur Aktienanlage.

Die Federal Reserve als US-amerikanische Zentralbank hat am 13.12.2017 den Leitzins leicht erhöht auf einen Korridor von 1,25-1,50 %. Die Inflation liegt dort mit 2,1 % bereits über dem Zielwert von 2,0 %, was noch auf mehrere leichte Zinssteigerungen in diesem Jahr schliessen lässt.

Die Europäische Zentralbank hatte den Leitzins am 16.03.2016 auf 0,00 % gesenkt. Und da die Inflation in der Eurozone mit 1,3 % weiter deutlich unter dem Zielwert von 2,0 % liegt, sind in den nächsten Monaten sicherlich noch keine Zinserhöhungen zu erwarten. Zunächst wird die Zentralbank ihre noch erheblichen Anleihekäufe auslaufen lassen (das sogenannte Quantitative Easing). Die Deutsche Bundesbank verfolgt im Rahmen ihrer Aufgaben keine eigenständige Zinspolitik für Deutschland.

 LeitzinsenInflationWirtschaftswachstum
Deutschland:0,00 %1,6 %2,3 %
Eurozone:0,00 %1,3 %2,7 %
USA:1,25-1,50 %2,1 %2,5 %

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14. Februar 2018 – Inflationsraten

Liebe Börsianer,

die schlechte Nachricht heute leider zuerst: die Aktienkurse sind global ab 14.30 Uhr mit der jüngsten Veröffentlichung der US-Inflationsrate spürbar gefallen.

Und jetzt zum Glück auch die gute Nachricht: nach rund einer Stunde haben sich die Kurse wieder gefangen und tendieren zur Zeit sogar ganz deutlich im Plus.

Die Inflation in den USA für Januar liegt bei 2,1 % zum Vorjahresmonat (nicht saisonbereinigt) und damit auf dem gleichen Wert wie noch im Dezember 2017. Allerdings lagen die Prognosen für Januar etwas darunter. Die Inflation in Deutschland für Januar sinkt sogar leicht auf 1,6 % zum Vorjahresmonat (saisonbereinigt) von 1,7 % noch im Dezember 2017.

Objektiv lässt sich aus den Zahlen noch keine ansteigende Inflation herauslesen. Daher haben die Finanzmärkte diese Daten recht schnell hinter sich gelassen.

Immerhin hat die US-Regierung gerade erst eine sehr ambitionierte Schätzung zum weiteren Wirtschaftswachstum in den USA für dieses Jahr und 2019 abgegeben. Und sie plant offenbar ein sehr grosses Infrastrukturprogramm.

Eurostat hat heute gemeldet, dass das Gross Domestic Product in der Eurozone in Q4 2017 um 2,7 % saisonbereinigt zum Vorjahresquartal gewachsen ist (2,6 % in der gesamten Europäischen Union).

Was bewegt die Aktienmärkte global am Ende also wirklich, die Hoffnung auf noch stärkeres Wirtschaftswachstum oder die Sorge vor weiter steigenden Zinsen ?

Richtig spannend zum Thema Zinspolitk wird es spätestens am 21.3. mit der Pressekonferenz des Offenmarkt-Ausschusses der US Federal Reserve.

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11. Februar 2018 – Korrektur

Liebe Börsianer,

die Aktienmärkte sind in der letzten Woche in den Korrekturmodus übergegangen, nachdem die grossen Leitindizes weltweit teilweise über 10 % zum letzten Höchststand verloren haben. Ganz ungewöhnlich waren die Geschwindigkeit beim Kursverfall sowie die heftigen Ausschläge in beiden Richtungen. Am Ende stand ein deutlicher Wochenverlust:

Performance:1 Tag1 Woche1 Monat
Deutschland:
Industrie-1,2 %-5,3 %-9,6 %
Mittelstand-0,8 %-3,9 %-7,7 %
Technologie-0,6 %-6,1 %-9,0 %
USA:
Industrie1,4 %-5,2 %-5,0 %
Mittelstand1,5 %-5,2 %-4,8 %
Technologie1,4 %-5,1 %-4,2 %
Japan-2,3 %-8,1 %-10,6 %

Eine Korrektur ist eine kurzfristige Gegenbewegung zu übertriebenen Kursentwicklungen, die nicht mehr zu den Fundamentaldaten passen. Eine Konsolidierung beschreibt eine mittelfristige Stabilisierung nach ausgeprägten Phasen steigender oder fallender Kurse. Und die Trendwende meint eine längerfristige Trendumkehr von Aktienkursen nach oben oder unten.

Noch ist unklar, welchen Effekt wir gerade sehen. Die Fundamentaldaten sprechen allerdings für eine begrenzte und im Grunde gesunde Korrektur.

Aber die sehr guten Wirtschaftszahlen bei Export, Arbeitsmarkt und Lohnsteigerungen machen den Investoren in den USA und Europa zunehmend Sorgen. Die Wirtschaft könnte sich dadurch überhitzen, die Inflation stark ansteigen und am Ende durch Zinserhöhungen wieder gedämpft werden.

Ein Lichtblick für den Moment ist jedenfalls, dass die US-amerikanischen Börsen kurz vor Ende der Börsenwoche noch klar ins Plus gedreht haben. Das könnte auch dazu führen, dass die asiatischen und danach die europäischen Börsen am Montag mit Gewinnen in die kommende Börsenwoche starten.

Die nächste Etappe im aktuellen Börsenkrimi ist wohl der Mittwoch, wenn das Bureau of Labor Statistics die Inflationsrate in den USA für Januar bekannt gibt. Liegt diese Zahl dann über den Erwartungen, dann dürften die Kurse noch weiter nach unten gehen. Bleibt die Inflation aber im Rahmen der Prognose oder sogar darunter, dann ergibt sich erhebliches Aufwärtspotenzial.

Bis Mittwoch …

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10. Februar 2018 – Volatilität

Liebe Börsianer,

die Aktienmärkte haben eine sehr unruhige Woche hinter sich. Die Kurse haben global deutlich verloren und bewegten sich dabei in erheblichen Handelsspannen mit heftigen Abwärts- und Aufwärtsbewegungen.

Die Intensität solcher Schwankungen beschreibt man generell als Volatilität. Eine historische Volatilität bildet die Schwankungen auf Basis von Vergangenheitsdaten ab. Dagegen stellt die sogenannte implizite Volatilität die zukünftig zu erwartenden Schwankungen dar.

Ein Volatilitätsindex ist umso höher, je stärker auch der zugrundeliegende Wert schwankt. Die jeweilige Höhe eines Volatilitätsindex sagt dabei aber noch nichts über die Richtung der Schwankungen aus, sondern nur über die Intensität von Schwankungen an sich.

Bei den Aktienmärkten zeigt sich allerdings eindeutig, dass die bekannten Volatilitätsindizes mit fallenden Kursen ansteigen. Auch diese Woche stieg die Volatilität parallel mit den sinkenden Aktienkursen an den Börsen. Beide Einflussgrössen dürften sich gegenseitig sogar erheblich verstärkt haben. Die Volatilitätsindizes bei Aktien werden häufig auch als “Angstbarometer” bezeichnet.

Die drei bekanntesten Volatilitätsindizes beziehen sich auf den Dax 30 (VDax New), den Euro Stoxx 50 (VStoxx) und den S&P 500 (Vix). Sie errechnen sich jeweils aus Optionen auf diese Basiswerte mit einem Betrachtungszeitraum von 30 Tagen und werden fortlaufend von der Deutschen Börse sowie der Chicago Board Options Exchange errechnet und veröffentlicht.

Chicago Board Options Exchange (Cboe)

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6. Februar 2018, 22.00 Uhr – Turnaround Tuesday

Liebe Börsianer,

die US-Börsen haben gerade geschlossen und dabei heute einen sogenannten Turnaround Tuesday erlebt. Nach heftigen Verlusten an den globalen Handelsplätzen in den vergangenen zwei Handelstagen haben sich die amerikanischen Indizes vor rund 6 Stunden dann endlich stabilisiert und stiegen in der letzten Börsenstunde sogar wieder deutlich an. Noch 25 Stunden zuvor befand sich der US-amerikanische Leitindex in einer beschleunigten Abwärtsbewegung von bis zu -6 % zum Vortag.

Der deutsche Leitindex und die asiatischen Indizes haben diese Verluste dann heute tagsüber nachvollzogen.

Charttechnisch war dies ein klassischer Turnaround Tuesday, an dem sich ein deutlicher Kursverfall bis in den Dienstag hinein erst noch fortsetzt und dann schliesslich umkehrt.

Die amerikanischen ZInsen werden ganz sicher weiter steigen. Und der Arbeitsmarkt nähert sich dort formal der Vollbeschäftigung. Aber ob diese gute wirtschaftliche Verfassung auch die Inflation wie gewünscht antreibt, kann nicht mehr so eindeutig beantwortet werden. Die Notenbank orientiert sich bei der Zinspolitik an ihrem Zielkorridor für die Inflation. Je höher die Inflationserwartungen, desto spürbarer auch die nächsten Zinsschritte durch die Notenbank. Und wenn die Zinsen steigen, bekommen die Aktien stärker Konkurrenz durch festverzinsliche Papiere. Aber zur Zeit kann man nur vermuten, wie sich die US-Notenbank unter ihrem neuen Vorsitzenden in der Zinspolitik verhalten wird.

Tatsächlich ist das fundamentale Umfeld für Aktien unverändert gut, weil sich die günstige wirtschaftliche Verfassung entsprechend positiv auf die zukünftigen Gewinne der Unternehmen auswirkt. Eine solche Korrekturbewegung war im Grunde ja lange überfällig.

Der amerikanische Volatilitätsindex ist bis eben um 18,5 % gesunken.

Morgen wird sicher ein spannender Tag.

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17. Dezember 2017 – Portrait “Steinhoff”

Liebe Börsianer,

die Aktienkurs der Steinhoff International N.V. hat in diesem Monat bereits rund 85 % verloren und notiert in Frankfurt zum Wochenschluss bei nur noch rd. € 0,55.

Steinhoff ist einer der weltweit grössten Möbelkonzerne und erzielte nach eigenen Angaben mit über 100.000 Beschäftigten in 2016 einen Umsatz von rd. € 13,5 Mrd. Formaler Sitz der Firma ist Amsterdam (Niederlande) mit Standort weiterer Funktionen in Stellenbosch (Südafrika).

Die Firma Steinhoff wurde vor über 50 Jahren in Deutschland gegründet und ist dort u.a. durch den Möbel-Discounter Poco vertreten.

Der Grund dieses massiven Kursverlustes liegt bei den vermuteten Unregelmässigkeiten in der Bilanz. Auch der Jahresabschluss 2016 muss nach Aussage von Steinhoff berichtigt werden.

In der Zwischenzeit sind der Vorstandsvorsitzende M. Jooste und der Aufsichtsratsvorsitzende C. Wiese zurückgetreten. Der Milliardär Wiese galt bisher auch als einer der reichsten Personen in Südafrika.

Übergangsweise wird das Unternehmen nun vom Aufsichtsratsmitglied Heather Sonn geführt.

Auffällig für Anleger in der Fundamentalanalyse sind hier vor allem:

  • die ungewöhnliche globale Aufstellung (Niederlande und Südafrika)
  • erst seit 2015 in Frankfurt gelistet
  • erst seit 2016 im mittelständischen Index

Die Steinhoff-Aktie ist bisher in diesem Jahr der schlechteste Wert in den drei wichtigsten Indizes von Deutschland mit einer Performance von -89 % YTD.

Danach folgt die Nordex-Aktie mit -58 % YTD.

     Link zu Steinhoff International Holdings N.V.

 

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